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Das
Bild der Liebe
Die Liebe aus philologischer Sicht ist weiter nichts als grösstmögliche
Kongruenz von Partnern in Absicht, Bedürfnis, Gemeinsamkeit
und des Willens, den jeweils anderen immer vollkommen zufrieden
zu sehen. Unter allen Umständen. Liebe aus philosophischer
Sicht ist eine Metapher, ein Gleichnis für die Ineinandergeschlungenheit
allen Seins. Liebe aus theologischer Sicht ist der Schöpfungsgedanke.
Liebe aus der Sicht des Seins ist das unbändige Begehren der
Erscheinung allen, auch des eigenen, Glückes und Seligkeit
im Anderen! Liebe unter den Menschen also ist Lust. Pure Lust,
wer das nicht wahrhaben will, der lügt oder weiss nichts von
der Liebe. Insofern hatte Freud ja Recht. Nur sie darauf zu
reduzieren und zum Trieb zu erklären, das ist ein ungeheures
Verbrechen gewesen, darunter leidet alle Welt heute. Denn
sie ist dadurch unmöglich. Sie kann nicht mehr sein! Sie ist
kalkulierbaren Parametern unterworfen und Aprodite soll gemordet
werden Lilith von den Emanzen requiriert und der kümmerliche
Rest - Pornographie. Bravo, Mensch! Siether sucht ihr nach
dem, was Liebe ist. Deswegen habt ihr sie ja auch zum Gegenstand
eurer Forschungen, ja eures Begehrens gemacht. Ihr Wesen wollt
ihr fassen, seiner habhaft werden, es berechnen es beabsichtigen
wollt ihr? Es unausweichlich machen wollt ihr? Es eure seichten
Existenzen erfüllen lassen wollt ihr? Es euch Erinnerungen,
mindestens an gestern Nacht, erschaffen lassen wollt ihr?
Es soll alles sein für euch? Gut. Liebt eure Nächsten wie
euch selbst in Tat und Wahrheit. Ganz, total, ohne Wenns und
Aber's. Liebt einander zu Tode! Kultiviert die Liebe in ihrer
mannigfaltigen Lust, Vielfalt, Kraft und Stärke. Übt sie von
Kindesbeinen an, seid eurem Nachwuchs Lehrer und Vorbild in
vollendetem lieben. Lebt euch aus. Und achtet, dass ihr dies
an geeignetem Orte und in geeigneter Gesellschaft macht. Wie
sowas geht könnt ihr bei den Philologen lernen. Und dann vervollkommnet
euch in Oasen von Lüsten, Tempeln der Götter der Liebe ewigem
Reigen und Ruhm. Hier werdet ihr die Metapher der Ineinandergeschlungenheit
allen Seins erfahren, erkennen und euch zu eigenem Dasein
schaffen. Hier seid ihr Schöpfungsgedanken, dieses unbändige
Begehren des aufscheinens allen, auch des eigenen, Glückes
und Seligkeit im Anderen zu finden und so enden zu lassen.
Das diese Bilder euch von dannen tragen, ewig gewodene Liebe,
mit eurem eigenen Leben geschaffen. Nur so werdet ihr eure
Welt heilen, nur so. Jeder auf seine Weise seine eigene. 16:22,
07.06.2006, Unterheinriet - Sommerberg bei Heilbronn
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