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Erkennen


Wenn Glut im Inneren der Erde steigt,
wenn Rauch und feuriges Gestein
mit Donnergrollen in ihrem Schlunde rührt,
wenn der Erdkreis taumelt, schwankt und bebt,
reckt Vulkanus, der Gehörnte, sein grausig glühend Haupt empor,
wenn schwefelschwanger heißer Lavastrom
fauchend in der Meeresgöttin unergründlich dunkelblaue Arme stürzt,
Dann, Kind, dann ist für deine Welt ein neuer Morgen nah,
Wenn Glut im Inneren der Erde steigt.

Der Schrecken, der durch deine Glieder fährt,
er ist ihr Beben, die Sehnsucht, die in dir brennet,
ihre Glut, sein Grollen und sein Speien meine Kraft,
die in gieriger Gebärde tief in deinem Inneren strömt und tobt,
Sehnsucht, Wut und Angst
in zischend heißem Schaum und Dampf erlösend,
jene wütend enge Fessel Lust zerfetzt,
uns schließlich trennt,
einzeln von dem Schöpfungsschlachtfeld bannt,
ermattet, selig, voller Glück.
Der Schrecken, der durch deine Glieder fährt.

Fürchte, Tochter von der Felseninsel, fürchte dich,
Wenn der alte Bock sich dir entgegenneigt,
Verbrennen muss das Land,
frische Frucht gezeugt in wilder Götterdämmerung,
fegt dein Gestern ohne Gnade in Vergangenheit.
Niemals ist ein Tag dem andern gleich!
In jedem neuen Morgen wohnt des Gestern gnadenloser Tod.

Fürchte, Kind, das Feuer Sehnsucht,
das glühend nach ihm langt –
jeden Abend seiner Wiederkehr entgegenbangt!
Dein Licht ist’s, was mich leitet,
deine Glut mich treibt, das unstillbar’ Verlangen,
was dich mir entgegentreibt!
Ich bin dein Verderben wie du meins,
wenn wir ineinander brennen in der Hetze!

Fürchte, mein Kind, fürchte dich.
Des Südens Sonne hast mir zum Geschenk gemacht.
Sie tief in meine Brust gesenkt,
die heiße Gegend selbst geschaffen,
wo ich dich schmachten lassen will.
So nährst du mittels deiner Liebe Kraft,
Meine, des Vulkanus Höllenstrom.
Wehe, wehe Weib, wenn du mich um Feuer bittest,
Wehe dir!
Des Südens Sonne hast mir zum Geschenk gemacht.
Wo die Glut im Inneren der Erde steigt.

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