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Gottesbeweise

Wenn Gier und Perfektion in den Ehestand getreten sind, Dann adieu, schöne Heimat. Dann hat die Natur ausgespielt, das wollt ihr sagen? Ihr werdet euch wundern, egal wie es kommt. Das ist das Schlimme, weil so gewiss.

Der Begriff "Schöpfung" wird viel klarer, wenn man Orte und Gegenden als Eigenschaften von Raumzeit begreift, die durch göttliche Wahrnehmung Gegenwart erfahren. Mit allem was sie enthalten. Das ist also ein "Planet". Das heißt ja im Lateinischen eigentlich Fläche, Ebene. Welt ist nichts weiter als eine Art Gottes, sich zu artikulieren. Die Geschöpfe in ihr genauso. Das allerdings sagt aus, dass das Jenseits, also, was keine Gegenwart hat, Alles andere Mögliche ist. Das Gesagte setzt hierbei natürlich voraus, dass Gott Bewusstsein haben muss. Wer sich zu teilen in der Lage ist, ist immer in beiden so geschaffenen Einheiten vollständig da, wenn er das ganze Mögliche ist. Es sei denn die Teilung geschieht im Sinne einer Schöpfung, dann ist der Teil, der Endlich ist, immer die letzte Konsequenz der göttlichen Wahrnehmung, die äußersten Spitze seiner Artikulationskraft. Das ist der Ort, wo Gott sich selbst erkennt, im Verzweigtesten, äußersten Winkel dessen, was er wahrzunehmen in der Lage ist. Also sind die Geschöpfe dafür zuständig, durch ihr Leben neues zu erschaffen, in Unabhängigkeit von Bekanntem, denn nur so sind sie Wille des ersten Wesens, sie sollen Alles der Dunkelheit, eben dem Ungeschaffenen, mittels ihres Lebens entreißen, was sie finden können. Traditionen sind hier also nur im Sinne eines Sprungbrettes nützlich. Ansonsten sind sie wertlos. Das Gewordene ist also nur in der Hinsicht relevant, als es bereits bekannt ist, dejà vu. Wer ihm sich unterwirft beendet sein schöpferisches Tun augenblicklich und wird sündig in seiner Weigerung durch freies Leben Gott zu Willen zu sein. Wer Ritualen folgt erst recht. Warum denn sonst gilt Saturnus/siva als Fruchtbarkeitsgott und Zerstörer? Weil er die Grenze dessen ist, was ist. Damit ist er aber auch die des Nichts. Also der Herr der Finsternis. Die Grenze als solche. Das Ende. Der Witz dabei ist, dass dort, wo das Nichts auf-hört (= auf-horcht, quasi) das Etwas beginnt. Es horcht auf und nimmt wahr. Lebt, so garantiert ihr euch eure Existenz als göttliche Notwendigkeit. Fürchtet euch nicht, lebt. So seid ihr Gott. Seine Augen und Ohren, Arme und Beine, Nasen, Gaumen, Traum und Wirklichkeit in Fut und Glied. Alles an euch ist stellvertretend für was euch schuf. Horcht auf und beteiligt euch an der Schöpfung! Mehrt Welt! Hier wird übrigens auch das hübsche Missverständnis vieler frommer deutlich, Fleischeslust sei nicht gottgefällig, das Gegenteil ist der Fall. Bankiers und Priester finden das natürlich nicht lustig. Denn an der Lust können sie nur verdienen, wenn sie nicht gegenwärtig ist. "Wahre Lust will tiefe, tiefe Ewigkeit" ist viel wahrer, als Aussage, als den Meisten lieb ist. Sie will ins Jetzt. Das ist Ewig. Wer es also schafft sie hier zu vertreiben und dann eine Methode anbietet, wie sie zu erreichen wäre, und zwar möglichst in der fernen Zukunft, der macht das beste Geschäft. So sind alle organisierten Religionen einfach Geschäfte. Handel mit Zugehörigkeit gegen Keuschheit, egal in welcher Konstruktion. Zugehörigkeit zu den "Auserwählten", die "Heil" erfahren WERDEN.

Das Schöpferische erscheint dem Seienden immer als Gefahr, da es dieses verändern wird. So und nicht anders ist Tod und Erlösung als Einheit begreiflich. Göttliches schickt sich an endlich zu werden, hier und jetzt als Erscheinung von seinem Ursprung kündend, in diesem Ereignis. Das ist das, was wir Geschöpfe unser "Leben" nennen. Auf diese Weise zeugt die Welt der Finsternis, des Vergangenen, Gewesenen, von der Existenz der Ursache aller Ursachen, die selber keiner Ursache bedarf, die Gegenwart Gottes in Allem. Und dort, wo sie ihre Grenze zum Licht findet, dort ist sie ihm Schatten. Der Hain, in dem er ruht. Da wo das Sein ist. Wo Licht und Finsternis ineinander übergehen. An der Grenze aller Grenzen. In der Welt. Zu Eden. Hier, jetzt, amen.

...Wenn das Wirkende als Gestalt des Wirklichen zeugend wird in seinem Abbild, dem, was wir Gegenwart und deren Wahrnehmung nennen, nämlich dem "Jetzt", dann ist es als Prinzip Ursprung und so Wahrheit einer jeden Erscheinung. Auch der der Unwahrheit. Somit ist jede Relativität in der Welt der Erscheinung nichts anderes als das Verhältnis von Absolutae untereinander und sagt rein gar nichts über deren Qualität oder Eigenschaft aus, noch verändert sie diese…

Schicksal ist die Summe aller Bußwünsche, das gilt für den einzelnen wie für das Kollektiv. Korrektiv daran ist der Hinweis auf die Selbstverantwortung der Spezies, unabhängig von deren Menge an Individuen der Art, in jedem Einzelnen für ihr Tun. Das ist es, was man mit dem Begriffsraum Karma zu umschreiben sucht. Und es trifft, wenn es eingreift, immer den einzelnen, oder den Menschen, nie "Die Menschheit". Weil sie keine "Person" ist, selbst wenn sie als Ganzes untergeht.

Der Augenblick, oder besser, eigentlich Gegenwart, ist unteilbar. Er wird unwiderruflich vergangenes Sein, endlich, einzeln und still. Da er aber ewig ist, wird er immer vergangen sein, wenn er ist. Er war ja auch, wenn er immer ist. Er ist alles im einen, dem Jetzt und Hier, eben Raumzeit. Er erscheint geteilt als die Ewigkeit des Seins im Rhythmus des Wahrnehmens von geworden sein werdender Erscheinung (= Realität) als Dauer. Und nur so ist er Möglich als ewig und endlich gewordenes Einzelnes. Genau genommen gibt es keine Teilung. Das Viele ergibt sich aus den in der Ewigkeit des Vergangenen von Allem was wird gespeicherten Gewesenheiten, also des gewesen gewordenen Seins. Der Erinnerung des Jetzt an sich selbst, wie es war, als es damals dort nicht war, was es jetzt hier ist. Im Grunde also eine Unterscheidung. Das aber ist keine Teilung, sondern die Distanz, egal ob räumlich oder zeitlich, zwischen zwei vollständigen Ganzen. Deswegen übrigens auch Geschlechter. Jetzt ist aber jede Gegenwart immer und wird unwiderruflich endlich einzeln und still. Ständig. Jede für sich also wird und wird und so weiter. Es entsteht Raumzeit. So sind alle von einander unterschieden. In hierarchischen, komplexen und wohlorganisierten Verwandschaftsverhältnissen aller Erscheinungen. Der Stein von nebenan, mein Neffe. Hier denke ich beginnt man zu begreifen, was das eigentlich ist. Diese multidimensionale Vektorenmultiplikation. Oder einfach "Schöpfung".

C by beat oschwald

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