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Die Hüterin des Feuers und ihre heilige Stätte.
Das Weib ist eben nur auch Mutter. Ihre Bestimmung aber ist
die Hüterin des Feuers, der Lust, des Ortes, wo es warm ist,
wo die Gruppe sich versammelt. Wo sie speist und feiert, wo
sie alle ihr Glück und ihren Frieden finden. Und sie ist Königin.
Die am Feuer wacht. Leid, Lust, Liebe und Frieden sind sich
sehr ähnlich, sie sind alle das Feuer, an dem sie empfängt
und allen einen Platz hat. Allen einen Geliebten, dass es
so ist, darüber wacht sie, das ist ihr Reich. Sie sorgt dafür
dass dies Feuer nie ausgeht, waltet über den Vorräten, sie
sorgt dafür, dass genug davon da ist. Sie wird dafür geehrt.
Mit Gaben. Diese werden ihr gebracht, in ih-ren Tempel, von
all jenen die hier anwesend sind, jeder nach seinen Fähigkeiten.
Das ist ihre Art, das ist das Weib. Sie sorgt für die Kinder
der Gruppe, gemeinsam mit einigen anderen Weibern, ihren Geliebten,
Töchtern und Söhnen. der Rest der Gruppe ist Tags unterwegs
beizutragen, was gebraucht wird und notwendig für das Leben
ums Feuer. Die Feier wird auf diese Weise nie enden. Denn
jeden Abend aufs Neue versammeln sich alle Leute der Sippe
um dies eine Feuer in ihrem Tempel um sich nah zu sein. Um
diese Mitte der Welt herum wird Leben empfangen und geboren,
gehegt und gepflegt, hier wird Leben beschieden und betrauert,
gemeinsam hinausgetragen zur Grabstatt! Hier werden Lieder
gesungen, der Ahnen gedacht und gestritten, hier wird gebadet
und werden Wunden versorgt. Geschichten erfunden und vergessen,
den Göttern zu ehren große Feste gegeben. Fremde und Freunde
empfangen und bewirtet, Rat gesprochen und gelacht, hier finden
alle Tränen Trost! Seht ihr von flammendem tanzendem Licht
zuckende Schatten Lebender an den Wänden der Höhle? Hört ihr
das Lachen glückseliger Lust? Die Hunde wachen am Lager. Hüten
Rinder, Ziegen, Hühner und Schafe. Umstreichen Feuer und Zaun.
Sie wissen, Menschen fanden heim. Was davon blieb wollt ihr
wissen? Die Küche! Doch, seht, welch armselige Einrichtung
ist das geworden! Begreift ihr nun, wie weit entfernt wir
sind von dem, was einst menschliches Leben hieß? In grässlichen
Schachteln übereinander getürmt, fristen sie vor Fernsehern
ein Dasein, allein, jeder für sich in der ahnungsvollen Sehnsucht
nach sich selbst? Dazu gibt's Bier und Cola, einen Sack Chips
und das allabendliche Gemetzel, ausweglos, sich endlos wiederholend.
Sie starren in Dosen, essen und trinken aus ihnen und scheißen
in sie! Gefüllt von einer Maschine. Um derentwillen sie sich
täglich abmühen sie zu erhalten. Sie verspricht ihnen dafür
am Leben zu bleiben, unerkannt, vereinsamt, leere Träume träumend.
Verdammt auf ewig, durch den Verzehr von möglichst vielem
was sie kaufen müssen, dem Profit ewige Knechte zum Preise
der eigenen Art, langsam ihren Willen verlöschen zu lassen.
C
by beat oschwald
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