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Lebenskraft
Wer Lebenskraft daran verschwendet, seine Persönlichkeit zu
bilden, der muss sich gelegentlich über Gegebenes hinwegsetzen
können. Erst hier beginnt das, was man Kreativität nennt.
Die institution Schule ist ein System, diesen Prozess bei
heranwachsenden zu beobachten und in für die jeweils herrschende
Ordnung nutzbare Wege zu leiten. Erweisen Schüler sich als
resistent gegenüber dieser Form der Konditionierung, müssen
ihre Willen gebrochen werden. Solche dienen nacher als kritische
Masse, um den Zugehörigen Anderen, sprich Angepassten, das
sichere Gefühl zu geben, alles was anders sei als sie, sei
destruktiv und schlecht, sündig oder anormal usw. Es könnte
ja sein dass sie nicht nur schlechte Steine für die grosse
Festung "wir" sind und so Teile der Mauer zum Einsturz bringen
könnten, sondern dahinter blühende Wälder und Täler entdecken,
die den Rest der armseligen Bande dazu bringen das Gebäude
zu verlassen, in dem selbstverständlich für jede
Anwesenheit Gebühren erhoben werden.
Wer bitte heizt dann für die erlauchte Gesellschaft, wer kocht,
wer schafft das ganze Geld an, das diese täglich braucht um
ihre Lebenslüge zu bedecken, mit der Gnade ihrer Opfer? Vergesst
niemals, wenn ihr nach Möglichkeiten sucht, alle gleichwertig
zu behandeln, werdet ihr nicht darum herum kommen, zuerst
die Mauern die sie und jene ausgrenzen einzureissen. Und diese
sind das Gebäude, in dem "wir" leben. Es ist das, was "man"
landläufig das "westliche" nennt. Diese Bezeichnung ist eine
geschickte Irreführung, um nicht aussprechen zu müssen: das
christliche Abendland. Und ich werde niemals müde es zu wiederholen,
dieser Wahnsinn muss ein Ende finden. Rom muss fallen. Und
das Schöne ist, es wird mir diesen Gefallen tun, eines
Tages.
Aufgrund all dessen, was uns Menschen heute an Verfahrensweisen
und Wissen zur Verfügung steht, ist es zum erstenmal in der
bekannten Geschichte der Menschheit möglich, jedem Geschöpf
in dieser unserer einzigen Welt einen würdigen Ort zum leben
und genug zu essen und trinken dazu zu geben. Wir müssen nur
aufhören denen hinerherzurennen, die behaupten, dass wir daran
etwas verdienen können müssen,
und das es sich auch auszahle, Geschöpfe daran zu hindern,
elendiglich an Hunger, Durst und Seuchen zu verrecken. Wo
sind die amerikanischen Truppen, die in Aethiopien einmarschieren
um die Hungersnot dort, von der keiner redet, sofort zu beheben.
Wo sind die UNO-Resolutionen, die Putin zwingen, seine Truppen
aus Tschetschenien abzuziehen? Und die, die alle Staaten verpflichtet,
absolute Pressefreiheit einzurichten, bei der Strafe der Entmachtung
der jeweils regierenden Schicht? Wo sind die Massen auf der
Strasse, die die Mächtigen zwingen, der Drogenmafia endlich
wirklich das Handwerk mit Legalisierung verbotener Stoffe
einerseits und der Aufklärung über die guten Geschäfte
mit erlaubten andererseits zu legen, die Pharmaindustrie von
Tierversuchen absehen zu lassen und die Schulmedizin zwingt
zu bezahlbaren Preisen endlich wieder zu heilen, statt Kranke
mit Nebenwirkungen zu ermorden?
Wenn sie mir diese Fragen beantworten wollen, ohne mir erklären
zu müssen warum das alles nicht möglich sei, müssen sie diejenigen,
von denen ich eingangs sprach, fördern. Mit allen ihnen zur
Verfügung stehenden Mitteln. Das ist ihre einzige Chance,
meine Damen und Herren, vielleicht doch noch ihre Pension
geniessen zu können.
Alle Systeme und Formen, die sie geschaffen haben und immer
noch stützen, versagen.
Und sie retten sich in die Phantasie, ein neuer Weltkrieg
schüfe ausreichend Vakuum, dessen Rekonstruktion rette die
Wirtschaft und ihre Positionen blieben weitgehend erhalten.
Diese Denkweise erinnert mich an ein kleines Kind, das seinen
Sandkasten vollgebaut hat und nun vor dem Problem steht: wo
mache ich weiter. Früher oder später wird es alles plattmachen
und von vorne anfangen. Ihnen hätte ich einen etwas weiteren
Horizont zutrauen können müssen,
gemessen an all dem Geld das ihre Aus-Bildung gekostet hat.
Aber, auch hier gilt, der Preis einer Ware sagt nie wirklich
etwas über ihre Qualität aus. Das ist ein Naturgesetz. Das
gilt eben auch dafür, was es uns kostet, Kindern, die schwieriger
zu haben sind als andere, einen Ort zum leben zu geben, und
nicht sie ihrem Denken zu integrieren.
Literaturhinweise zum Thema:
Otto Spengler, der Untergang Des Abendlandes,
Ernst Jünger, Der Waldgang,
Friederich Georg Jünger, Die Perfektion Der Technik,
Fjodor
Dostojewski, der Dialog des Grossinquisitors
(der
ist nun Papst) mit Jesus von Nazareth, dem Christus,
Michel
de Monteigne, Essays,
Pink
Floyd, The Wall (Sound und Film) und der Hollywoodstreifen
Nell.
C
by Beat Conradin Oschwald
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