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Was ist das Richtige?

Das ewig Endliche wird endlich ewig.
21.12. 2003, 0708 Uhr, Heilbronn. Ein stürmischer Morgen.

Das ewig Endliche wird in seinem Ende ewig. Yin und Yang, so nennen es die Chinesen. Sie ordnen dem Ewigen das Männliche zu und dem Endlichen das Weibliche. Die schließen einander aus und begrenzen sich so, wodurch das eine das andere erst "definiert". Genau wie in dem Satz, den ich über den Rhythmus schrieb. Das eine ist durch das andere. Sie bedingen sich nicht, sie sind eins, zusammen. Was aber bedeutet, eins IST zwei. Die Summe aller Möglichkeiten. Das "Leben" ist was den Übergang vom einen zum anderen darstellt, in Geburt und Tod. Es ist die Grenze zwischen beiden. Schließt also das Lebende als Mittler zwischen beiden etwas aus geht dies unwiderruflich verloren, da das Leben Endliches schafft, sinngemäß eben Ewiges werden lässt was es ist, indem es enden lässt was es schafft. Das heißt, wenn eine Art anhebt, was sie an Vielfalt birgt zu beschränken, wird sie sich selbst auslöschen.

So ist jede Religionsform, die darauf beruht etwas auszuschließen, zerstörerisch. Das erklärt, weshalb solche Formen messianische Züge tragen, da sie, was sie in sich auszuschließen trachten, auch in allem anderen Lebenden vernichten müssen. Sie halten ihre Vorstellung vom Ewigen für das Motiv ihrer Existenz, was sie zwingt, alles, was in dieser Vorstellung keinen Platz hat auszumerzen.
Gleichzeitig ist genau dieses Verhalten Motor ihrer Vorgehensweise. Da sie, als durch das ausschließen von Eigenart unvollständige Form, sich anderer Formen bemächtigt um vollständig zu werden. Sie sucht sich selbst wo sie nicht ist, was sie zu sich zu machen sucht.

Integrieren nennt man das. Oder einverleiben. Dass dies immer zum Untergang des Einverleibten führt, wird dabei geflissentlich übersehen oder billigend in Kauf genommen. Es ist ja erlöst worden, aus seiner Unvollkommenheit. In diesem Vorgang geschieht nun aber etwas sehr bemerkenswertes. Was untergeht wird ewig, da es endet. Also wird es wieder möglich, es begegnet dem, was es hat untergehen lassen als Schicksal im Sinne dessen, das alles was nicht ist begrenzt, was ist.

So erklärt sich vieles. Karma zum Beispiel. Verweigert sich ein Mensch also dem, was ihm begegnet, wird es in ihm wieder auftauchen. So schafft Weigerung also nur einen Umweg, der sich als Störung des Gleichgewichtes von Ewigem und Endlichem äußert.

Warum also Weigerung? In der Weigerung ist die Wurzel allen Übels zu suchen, da es mittels dieser abgewendet werden soll. Was aber ist demnach "Übel"? Schlicht das Andere, das einst ausgemerzt und so als Ungeeignetes gestempelt, sein Recht zu sein fordert, als das es endlich wurde und so ewig ist.

Hier begegnen wir dem Gedanken der Sühne. Und das als Konsequenz unserer Weigerungen. Natürlich auch der unserer Vorfahren. Die Störungen im Gleichgewicht der Welt, oder soll ich sagen des Universums, sind die Ursache aller Unbill der unsere Nachkommen ausgesetzt sind.

Je mehr Falsches also der rechtschaffene Mensch in seiner Umwelt bekämpft, umso tiefer reitet er sich und die seinen in die Scheisse.

Es erscheint wieder und wieder ein Schluss: Freiheit ist eines der Grundgesetze der Welt, denn das "es geht auch anders" als Ursache aller Vielfalt bedingt sie.

Hat nicht das Christentum überall dort, wo es hinkam das dort existierende untergehen lassen, was nun alles, ohne Ausnahme, in den Christen wieder auftaucht? Die Geschichte wiederholt sich also immer dann, wenn ihr eine Weigerung widerfährt. Das bedeutet, wir befinden uns in einer Zeitschleife, in der was zerstört wurde sein Recht fordert.

Dies lässt sich aber auf jede Person, ja jedes Lebewesen erweitern. Das unangenehme dabei ist, ausschliesslich das durchleben solcher Zeitschleifen kann dies Muster der Wiederholung auflösen. Krankheit also nicht als Weg sondern als Lösung, so hart das auch immer klingt. Es geht nicht darum etwas zu erlernen oder zu begreifen, nein, nur das erschaffen dessen, was verweigert wurde, als solches im Sinne des Erlebens, kann helfen.

Man darf also Krankheiten nicht heilen! Man muss sie begleiten. Auskurieren. Jeder hat sich seine Leiden letztlich selber zuzuschreiben. Was eine Gesellschaft an Weigerungen und Untergängen produziert trifft aber nicht sie, ist sie ja keine Person, sondern jeden Einzelnen, der ihr zugehörig ist, je nach seiner Veranlagung oder, besser, nach seinen Möglichkeiten. Man kann es in folgendem Bild ausdrücken: Alles was ein Fluss verschlingt kommt in seiner Quelle wieder zum Vorschein. In diesem Prozess gibt es aber einen entscheidenden Faktor, aufgrund dessen die Welt sich selbst zu schützen in der Lage ist. Alles, was endlich und somit ewig wird, ist Motiv und wird im Vorgange des Lebens dem es zugrunde liegt verändert, da das Leben nicht kopiert, sondern in seinem Geschaffenen davon zeugt.

Es wird so also dem Unlösbaren, dem als solches endlich und ewig gewordenen, seine Lösung beigefügt, als Variante. Das ist es wohl, was als Gnade gesehen werden kann. Jede durchlebte und überstandene Krankheit oder Krise also ist ein Heilungsprozess, der Verweigertem die Möglichkeit nicht verweigert geworden sein zu können beifügt und es so in den Kreislauf zurückführt.

Aber es bleibt die Erkenntnis, alles Mögliche anzunehmen ist mit Sicherheit die beste aller Lebensweisen. Das gilt im Übrigen auch und gerade für so genannte "Urrudimente". Und insofern ist alles davon betroffen was der Mensch sich im Laufe der Zeit an so genannten Traditionen schuf. Der Witz bei der Sache ist nämlich das oben Beschriebene gilt genauso für alles das, was wir als geeignet und gut empfinden und oder titulieren. Murphys Gesetz eben als Ausdruck der absoluten Freiheit: Alles was schief gehen kann wird schief gehen und alles was gut gehen kann wird dies tun. Man wird mich fragen, an was denn der Mensch sich um Gottes Willen halten soll? Einfach daran, das alles auch anders geht. Wenn er dies beherzigt und dabei seinem Empfinden folgt, dann ist alles möglich! Denn, das Empfinden ist der Quell unserer Schöpfernatur und unser Geist ihr Acker. Man wird mir vorwerfen, ich predige den absoluten Anarchismus. Das ist Blödsinn, ich plädiere für das Vertrauen in die Natur unserer Art, als lebende Geschöpfe dieser Welt ihr nicht schaden zu wollen. Wer dies leugnet, verweigert sich seinem Beitrag dazu. Amen.

C by beat oschwald

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